Volles Haus bei der 2. Offenen Bühne St. Leon-Rot

Ein Highlight jagte das Nächste an diesem beeindruckenden Abend

Der voll besetzte, stimmungsvoll herbstlich dekorierte, Saal des Pfarrheims St. Mauritius in Rot wurde zur Show Bühne. Die 2. Offene Bühne St. Leon-Rot war ein fulminantes Erlebnis für Augen und Ohren. Highlights und Premieren gab es an diesem Abend zu Hauf, Profis und Laien, klassisches und modernes, Gesang, Instrumental, Poetry Slam, Line Dance, alle Generationen waren unter den Künstlern vertreten.

  

Durchs Programm mit viel Witz und Charme führte Conférencier Wolfgang Messner, der anfangs begrüßte und das zahlreiche Publikum willkommen hieß. Mit dem Titel „Sing, Sing, Sing“ tat es ihm der Chor Human Nation, Veranstalter des Abends, gleich. Und mit diesem beschwingten Eingangssong wurde der Reigen der außergewöhnlichen Darbietungen eröffnet. „Jacoustic“, zwei Stimmen und zwei Gitarren, fertig ist eine Akustikband, die aus St. Leon und Kirrlach stammt. Sie zogen die Zuhörer mit  Songs wie „Riptide“, „Road To Mandalay“ von Robbie Williams, „Go Your Own Way“ von Fleetwood Mac in ihren Bann. „Shallow“, ein Liebeslied ursprünglich von Lady Gaga und Bradley Cooper gesungen, wurde hier im Damen-Duo gekonnt vorgetragen. Poetische Wortgefecht, auch Poetry Slam genannt, das sind nachdenkliche oder auch witzigen Wortwettstreite, die von der jüngsten Teilnehmerin des Abends, Laura Kaltschmidt (16 Jahre) aus Leimen, zum Thema „Zeit“ und was diese bedeutet, vorgetragen wurden. Goethe und Schiller wären sicher heutzutage aus dieser Kunstform hervorgegangen! Gesanglich konnte man nun in Sphären von R&B, Pop-rap und Akustik-Folk mit Lina Lüttringhaus und Claudia Kneis abtauchen. Zwei Freundinnen, die sich über den Gesangsunterricht kennen lernten und die die Liebe zur Musik verbindet. Seit erst drei Wochen musizieren sie zusammen mit Gitarre, Piano und Ukulele. Mit Titeln wie „Ho Hey“ von The Lumineers und „Lay Down“  konnte man nicht glauben, dass das der erster gemeinsamer Auftritt der beiden Sängerinnen war. Es folgte ein weiteres Wortgefecht mit Emma Hartlieb aus Tairnbach, die bereits mit Ihren Texte den U20 Word Up in Heidelberg gewonnen hatte. Sie besucht die 11. Klasse des Löwenrot Gymnasiums in St. Leon-Rot. Mit ihrem Text „Mein kleiner Dorfbalkon“ richtete sie liebevoll und kritisch/ironisch ihren Blick in ihr kleines Dorf, in dem sie zu Hause ist. Einen Abstecher in die klassische Musikwelt boten Christine Jaensch am Piano und Gerhard Dierkes mit Mandoline durch eine Sonatine in c-Moll, die Beethoven speziell für Mandoline komponiert hatte. Nun wurde es fürs Publikum interaktiv. Bevor dieses in die Pause entlassen werden sollte, konnte sich jeder bei einem Line Dance tänzerisch betätigen, angeleitet durch Angelika Adelfang. Line Dance ist eine choreografiere Tanzform, bei dem in Linien vor und nebeneinander in einer Gruppe unabhängig ob Mann oder Frau, getanzt wird. Tatsächlich folgten etliche der Aufforderung und nach einer kurzen Übungsphase konnte getestet werden, ob man die Choreografie auf den Titel „Galway Girl“  von Ed Sheeran beherrschte.

  

Nach der Pause, bei der man sich mit leckeren Angeboten an kleinen Speisen und Getränken stärken konnte, starteten Anette und Bruno Becker aus Mühlhausen in den zweiten Teil des Abends. Das Gesangsduo war bereits im letzten Jahr mit ihrem ersten öffentlichen Auftritt bei der Premiere der Offenen Bühne vertreten. Dadurch bekam sie Folgeengagements, zudem die Offene Bühne erheblich beigetragen hatte. Mit ihren Rock-Popballaden, wie beispielsweise „Wish You Were Hear“ von Pink Floyd, „Du bist mehr als eine Nummer für mich“ und „I See Fire“ von Ed Sheeran aus dem Soundtrack des Films „Der Hobbit – Smaugs Einöde“, begeisterten sie das Publikum erneut. Gute Orte für gute Worte brachte Laura Kaltschmidt zum zweiten Mal an diesem Abend zu gehör mit „Du bist mein Held“. Zuvor erzählte sie erzählte: „Ich habe schon als Kind Texte geschrieben und auch heute schreibe ich oft lieber Texte, als zu lernen!“. Die nächste gesangliche Einlage wurde von den jüngsten Talenten von Human Nation bestritten: Aaron Hillenbrand (Gitarre und Gesang) und Samira Martin (Gesang), 19 und 17 Jahre jung. Mit „Bonnie & Clyde“ von Sarah Connor & Wincent Weiss, „Somebody That I Used To Know“ von Gotye und nochmals „Shallow“ von Lady Gaga  verzauberten sie die Zuhörer. Emma Hartlieb versetzte das Publikum in ein Sommerfeeling mit ihrem Poetry Slam „Wir wollen mehr/Meer“, der auch zum Nachdenken anregte zu dem was wir wollen und nicht haben. Einer der vielen Höhepunkte war sicherlich der Gesang des Profis Thomas Berzel aus der Pfalz, ein langjähriger Weggefährte von Human Nation, der früher viele Konzerte des Chores bereicherte. Am Vorabend stand er in Mannheim im Finale zum 1. Joy Flemming Preis. Sein Herz fließt in der Musik über. Hierzu gab es heute auch eine Premiere, denn Herr Berzel sang erstmalig Lieder, „die mir etwas bedeuten und die ich noch auf keiner Bühne gesungen habe“. Dazu gehörten „Küssen kann man nicht alleine“ von Max Raabe, „ Book of Love“ von Peter Gabriel und „Mein Weg“ von Klaus Hoffmann. Seines Zeichens Chorleiter von Human Nation, Konrad Knopf, gab mit seiner Tier-Trilogie sein literarisches Talent zum Besten mit der Erkenntnis: Nicht jeder, der dir Unannehmlichkeiten bereitet, ist gleich dein Feind! Ebenso ist nicht jeder, der dir hilft, auch dein Freund! Das offizielle Programm wurde vom gastgebenden Chor Human Nation abgerundet mit dem Lied von den Comedian Harmonists „Auf Wiedersehen“. Moderator Messner bedankte sich bei allen Mitwirkenden, vor und hinter der Bühne, beim Techniker Jonas Lenz und wies dezent auf die Spendengabe durch ein bereitstehendes Körbchen zur Krötenwanderung hin. Eingeladen wurde noch zum anschließenden gemütlichen Beisammensein.

 

In fantastischer und stimmungsvoller Atmosphäre hatte das Publikum gebannt den verschiedensten künstlerischen Beiträgen gelauscht und belohnte jede Darbietung der leidenschaftlichen Künstler mit frenetischem Applaus. Alle Sinne waren auf ihre Kosten gekommen und man darf sich auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr zur 3. Offenen Bühne St. Leon-Rot freuen.